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Eine 16-jährige FVL-Spielerin kämpft sich zurück in die Juniorinnen Bundesliga

Sie möchte wieder Fußball spielen. Sich ihren Traum, in der Juniorinnen-Bundesliga dabei zu sein, erfüllen. Mit den Mädchen des FV Löchgau. Mit denen ist sie Meister der Oberliga Baden-Württemberg geworden und hat den Aufstieg in die Juniorinnen-Bundesliga geschafft. Wieder Teil der Mannschaft zu werden, dafür kämpft Malina Balve hart, in enger Zusammenarbeit mit ihrem Therapiezentrum im Neckarturm in Heilbronn.

Schwere Verletzung im Aufstiegsspiel bei der MSG Bad Vilbel

Nach Knieproblemen über ein ganzes Jahr hinweg (Patellaluxation) war es das dritte Spiel von Malina in der letzten Saison. Es war zugleich das erste Aufstiegsspiel zur Juniorinnen-Bundesliga bei der MSG Bad Vilbel. In diesem Spiel verletzte sie sich erneut schwer. Kreuzband- und Meniskusriss war die schockierende Nachricht. „Nachdem ich ein ganzes Jahr Probleme mit meinem Knie hatte, kam die Nachricht über die schwere Verletzung trotzdem plötzlich und unerwartet," erinnert sich die 16-jährige fußballbesessene junge Frau. "Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, nach einem Jahr zurückkämpfen in das Team nun wieder fast ein ganzes Jahr hart arbeiten um meinen Traum zu erfüllen, in der Bundesliga zu spielen. Im Endeffekt hatte ich keine Wahl, wenn ich mir diesen Traum erfüllen wollte." Ihr inzwischen 7-jähriges "Hobby" will Malina, die in Leingarten wohnt, nicht einfach so in den Sand setzten. Das war ihr von Anfang an klar. "Fußball hat mir in den ganzen Jahren so viel gegeben, jetzt ist es meine Chance etwas zurückzugeben - nämlich kämpfen und durchhalten." In Zusammenarbeit mit dem Therapiezentrum im Neckarturm in Heilbronn möchte sie das schaffen. "Der Wille und die Kraft, die eine 16-jährige für Ihre Träume aufbringt, treibt uns an, die bestmöglichen Methoden zur Unterstützung zu finden. Mit der Anschaffung und Ausbildung zum Kaatsu Spezialist gelingt es uns, Träume für Malina wieder greifbar zu machen", so Frau Nies vom Heilbronner Therapiezentrum.

Kaatsu-Training zeigt Wirkung

Schon fünf Tage nach ihrer OP im Juni hatte Malina das erste Kaatsu-Training bei Frau Nies. "Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht wusste, was das genau ist und vor allem wie ich mit Krücken und meiner Knieschiene (0° Bewegungswinkel) auch nur einen Muskel im Körper aufbauen sollte", berichtet Malina." Aber sie wurde vom Gegenteil überzeugt. Das Kaatsu-Training startet an den Armen. Malina beschreibt es so: " Zunächst die Manschetten links und rechts möglichst gleich fest anlegen, Druck anstöpseln und danach einen kurzen Aufwärmzirkel ohne Gewichte. Der Aufwärmzirkel besteht aus 8 Runden à 20 Sek. Druck und 5 Sek. Pause, um den Muskel zu aktivieren. Anschließend wird der Druck dauerhaft eingestellt, die Stöpsel abgesteckt und der Muskel eine viertel Stunde bis zur Ermüdung gequält. D.h. jede Übung mit 3-4 Sätzen so oft wiederholen bis man nicht mehr kann. Zwischen den Sätzen 20 Sekunden Pause." Dann folgen die Beine. Malina mit Krücken und sichtlich wacklig auf den Beinen, fragte sich selbst wie sie ihr rechtes Bein in die Luft bewegen soll. Nach dem Aufwärmzirkel ging es schon mit der ersten Übung los. Melina beschreibt die Beinarbeit so: "Da ich nur die Hälfte meines Körpergewichtes belasten durfte, bekam ich noch keinen dauerhaften Druck, sondern nur Minutenweise während der Übung. Die erste Übung ist für einen Außenstehenden wahrscheinlich so einfach, dass man sie nie bewusst trainieren würde; für mich jedoch ein Kraftaufwand und eine Konzentrationsleistung wie schon lange nicht mehr. Während ich auf einer Liege lag, wurde mein Fuß in eine Schlaufe gelegt, die an einem Seilzug hinter mir befestigt war. Ich sollte nun mein gestrecktes Bein, das durch den Seilzug nach oben gezogen wurde, wieder nach unten drücken. Seit ich die “Donjoy Knieschiene” mit eingestelltem 90° Bewegungswinkel bekommen habe, gehen nun auch schon Übungen wie z.B. Kniestrecker. Zwar noch nicht am Gerät, aber der Bewegungsablauf ist der Gleiche. Je mehr Übungen ich mache, desto mehr überzeugt mich das Kaatsu-Training. Was mir persönlich besonders gefällt ist, dass mein Knie und mein Oberschenkel trotz geringen Gewichten in der Bewegung sehr beansprucht werden."

Fit werden und ohne Perobleme Fußball spielen

Die richtigen Methoden und einen organisierten Partner an der Seite zu haben, ist die eine Sache. Unterstützung dabei zu bekommen, die Kraft sich zu motivieren, zu kämpfen und durchzuhalten ist die andere und ein zusätzlicher Pluspunkt. Diesen Personen gilt der Respekt. Eine solche Person ist Malina. Mentale Stärke ist bei der Regeneration von Verletzungen einer der wichtigsten Bausteine. Diese mentale Stärke hat sie. Malina: "Mein oberstes Ziel ist zunächst, durch Kaatsu-Training zu erreichen, wieder komplett fit zu werden, um dann endlich dauerhaft und ohne Probleme wieder Fußball spielen zu können. Auch wenn ich erst in 9-12 Monaten an Punktspielen teilnehmen darf, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben um mit dem FVL in den letzten ein oder zwei Rückrundenspielen in der Juniorinnen-Bundesliga mitspielen zu können. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal Schritt für Schritt auf die bestmögliche Heilung meines Knies, um so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen."

Die Juniorinnenmannschaft des FVL mit dem ganzen Umfeld, die Jugendabteilung und die Vorstandschaft wünscht Malina alles Gute auf ihrem steinigen Weg, eine baldige Genesung, damit sie sich ihren Traum "Juniorinnen-Bundesliga" noch in dieser Saison, die in Kürze beginnt, erfüllen kann.