Kurzfassung der Vereinsgeschichte

Vorgeschichte und Vereinsgründung
Bereits 1919/1920 haben sportbegeisterte Löchgauer versucht, in einem Verein das Fußballspielen anzufangen. Die Fußballpioniere hatten es aber sehr schwer. Fußball war arg verpönt, aktuell war der Turnsport.
1932 wurde ein neuer Versuch unternommen. Ein Arbeitersportverein u.a. mit der Sparte Fußball wurde gegründet. Auf dem heutigen Hundesportgelände wurde ein Spielfeld eingeebnet. Mit der Gründung des III. Reiches wurde der Verein verboten und aufgelöst.
Nach Ende des II. Weltkrieges wurde der dritte Anlauf unternommen, den Fußballsport in Löchgau in geordneten Bahnen zu betreiben. Aber es gab große Probleme. Kein Sportplatz, keine Bälle, Fußballschuhe und Sportkleidung waren rare Artikel. Trotzdem gelang es Kurt Brose, mit 15 sportbegeisterten jungen Männern, einen Neubeginn zu wagen.
Im Oktober 1945 fand das erste Spiel gegen Erligheim in Freudental statt. Den Ball stiftete der SV Freudental. Löchgau gewann 7:2.
Im Winterhalbjahr 1945/46 schlossen sich die Fußballer als selbständige Abteilung dem Turnverein Löchgau an. Der Spielbetrieb wurde immer mehr. Eine II. Mannschaft konnte gestellt werden. Die Heimspiele wurden in Besigheim oder Freudental ausgetragen, bis die Gemeinde das Gelände der heutigen Segelfliegerhalle zur Verfügung stellte. Der erste Ball wurde gegen drei Zentner Kartoffeln in Kornwestheim eingetauscht. Mit dem Hauptverein gab es immer öfter Differenzen über die Platzeinnahmen bei Heimspielen und vieles mehr. Die Probleme häuften sich. Im Oktober 1946 beschloss die Fußballabteilung des Turnvereins einen eigenen Verein zu gründen. Dies geschah am 16. November 1946 im Gasthof Sonne.
Der Fußballverein Löchgau e.V. war gegründet. Die Vereinsfarben wurden mit „Rot und Weiß“ festgelegt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Christian Narr gewählt.
1948 fand die bisher einzige außerordentliche Generalversammlung des Vereins statt. Christian Narr schied aus gesundheitlichen Gründen aus. Nachfolger wurde Reinhold Weible. Die nächsten 25 Jahre waren von ihm geprägt. Er schaffte es, die sportlichen Rahmenbedingungen wesentlich zu verbessern und den Fußballsport in Löchgau salonfähig zu machen.

Sportgelände und Vereinsheim
1951 wurde der erste Sportplatz auf dem Gelände des heutigen Kunstrasenplatzes eingeweiht. Umkleideräume wurden gebaut, 1955 durch Umkleideräume mit Waschgelegenheit erweitert. Der Spielbetrieb weitete sich aus, auch gesellige Veranstaltungen wurden vermehrt angeboten.
Bei der Generalversammlung am 3. Juni 1961 wurde den Mitgliedern eine Planung für den Bau eines Vereinsheimes vorgelegt. Die Mitglieder stimmten zu. Am 22. Juni 1963 wurde als erste Veranstaltung die Generalversammlung im neuen, überwiegend in Eigenleitung erstellten Vereinsheim abgehalten. Der Bau des Vereinsheims war ein Meilenstein für die weitere Entwicklung des Vereins. Die früheren Vereinslokale „Sonne“ und „Lamm“ mussten jetzt nicht mehr in Anspruch genommen werden.
Durch den zunehmenden Spielbetrieb wurden die Platzverhältnisse immer schlechter. Es dauerte aber bis zum 12. Juni 1977, als der lang ersehnte zweite Sportplatz eingeweiht werden konnte. 1987 hatte der „alte“ Platz an der Freudentaler Straße ausgedient. Ein Kunstrasenplatz sorgte fortan für wesentlich bessere Verhältnisse für Training- und Spielbetrieb. Mit der Einweihung des Kleinspielfeldes neben der Sporthalle im Jahr 2002 haben sich die Bedingungen für den Verein nochmals deutlich verbessert Immer wieder wurde von den Vereinsmitgliedern in den Jahren nach dem Bau des Vereinsheims die Gebäudesubstanz verbessert. 1974 fand die erste große Renovierung statt. 1981 wurde das Vereinsheim, die „gute Stube des Vereins“ vergrößert.

In den Jahren 1999-2002 fand die nach dem Vereinsheimbau größte Investition statt. Große Teile des Freigeländes wurden überdacht, ein Wirtschaftsgebäude neben dem Vereinsheim erstellt, die sanitären Einrichtungen im Vereinsheim komplett erneuert und vergrößert und neben den Stehwällen Garagen gebaut.
Rüstige Rentner leisteten viele ehrenamtliche Arbeitsstunden unter der Regie des ersten Vorsitzenden Dieter Schuster, der den Verein von 1993 bis 2009 leitete. Mit Kosten von 100.000 Euro war die Maßnahme dennoch ein finanzieller Gewaltakt.

Sportliche Entwicklung
Sportlich entwickelte sich der Verein seit der Gründung kontinuierlich weiter. 1980 wurde eine Frauen- und Mädchenabteilung gegründet. Dies sollte sich sehr positiv auf die weitere Entwicklung auswirken, obwohl erst viele Kritiker von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt werden mussten. Heute haben die Frauen und Mädchen im Verein einen sportlich großen Stellenwert, spielen im Bezirk Enz/Murr die führende Rolle. Die erste Frauenmannschaft spielt heute in der 2. Bundesliga, die „zweite“ in der Landesliga. Bei den Männermannschaften wechselten Licht und Schatten. Die erste Mannschaft spielte überwiegend in der Kreisliga A. Viermal schaffte man in der bisherigen Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Bezirksliga. Dreimal konnte die Klasse jeweils nur kurzfristig gehalten werden. Nach dem letzten Aufstieg 2004 spielt die erste Mannschaft drei Jahre in der Bezirksliga und seit 2007 in der Landesliga. Die zweite Mannschaft schaffte 2006 erstmals den Aufstieg in der Kreisliga A und 2010 den Aufstieg in die Bezirksliga.
Im Jugendbereich engagierte sich der Verein von Jahr zu Jahr immer mehr. Obwohl man zwischendurch gezwungen war, mit Nachbarvereinen Spielgemeinschaften zu gründen. Diese Zeit wurde durch intensive Arbeit überbrückt mit dem Ziel, in jeder Altersklasse eine eigene Jugendmannschaft zu stellen. In mühevoller Arbeit über viele Jahre hinweg ist dies gelungen.
Heute hat der Verein 19 Jugendmannschaften (3Mädchen- und 16 Jungenteams). Allein rund 40 Trainer, Übungsleiter und Betreuer stehen der Jugendabteilung im männlichen und weiblichen Bereich ehrenamtlich zur Verfügung um den rund 330 Jugendlichen das Fußballspiel zu vermitteln.
Für sportlich ehrgeizige junge Fußballer steht in nahezu allen Altersklassen eine erste Mannschaft im Spielbetrieb, für die anderen Jugendlichen besteht die Möglichkeit in der zweiten Mannschaft dem Hobby nachzugehen. Leistungssport und Breitensport wird dadurch gleichermaßen gefördert. Die Auszeichnungen des württ. Fußballverbandes für gute Jugendarbeit über Jahre hinweg kommen nicht von ungefähr. Die gezielte intensive Jugendarbeit seit Mitte der 90iger Jahre hat sich sportlich positiv auf den Aktiven Bereich der Frauen und Männern ausgewirkt. Für das oben beschriebene Leistungsniveau war diese hervorragende Jugendarbeit Grundlage. Zwischenzeitlich braucht sich der Verein im Bezirk Enz/Murr hinter den großen Vereinen nicht mehr verstecken. Der FV Löchgau ist zu einer sehr guten Adresse geworden. Insgesamt hat der FV Löchgau heute rund 800 Mitglieder und ist damit einer der größten reinen Fußballvereine im ganzen Bezirk Enz/Murr. Der Fußballverein steht dank eines intensiven ehrenamtlichen Engagements sportlich und gesellschaftlich auf dem Höhepunkt seiner Vereinsgeschichte, vor allem Dank der überdurchschnittlichen Fußballjugend.
Der Verein ist schuldenfrei und steht damit finanziell auf einer gesunden Basis. Eine sehr gute Voraussetzung, um hoffnungsvoll und mit konkreten sportlichen Zielen in die Zukunft gehen zu können.

Stand: Dez. 2011