Bietigheimer Zeitung | 05.05.2009 - 12:23

350 Jugendliche brauchen Platz: FV Löchgau leistet überdurchschnittliche Nachwuchsarbeit - und fordert Unterstützung ein

Für Dieter Schuster, Präsident des FV Löchgau, geht es um nichts weniger als "die sportliche Zukunft" seines Fußballvereins. Die Rede ist von einer dringend nötigen Erweiterung der Sportplätze.

Der 1946 gegründete Fußballverein Löchgau (FVL) hat in den vergangenen 15 Jahren eine überdurchschnittliche Entwicklung zu verzeichnen: Die Zahl der Mitglieder ist von 350 auf rund 850 gestiegen. Dazu gehören etwa 350 Jugendliche, die von 42 ehrenamtlichen Mitarbeitern, davon 15 lizenzierte Trainer, in jährlich 6000 Trainingsstunden angeleitet und betreut werden. Täglich trainieren über 100 Nachwuchskicker auf den beiden Sportplätzen und dem Kleinfeld an der Freudentaler Straße. Der FVL ist damit im Fußballbezirk Enz/Murr die Nummer 1. Dies behaupten nicht die Vereinsverantwortlichen, dies betont Ernst Thaler, Verbandssportlehrer im Württembergischen Fußballverband: Quantitativ hat der FVL mit 20 Jugendmannschaften die größte Jugendabteilung im WFV-Bezirk Enz/Murr, qualitativ spielen im C-Junioren, B-Juniorinnen- B-Junioren und A-Juniorenbereich die FVL-Mannschaften jeweils im Leistungsbereich und stehen somit im Fokus des Talentfördersystem des WFV.

Bereits im Mai 2008 gab es einen Informationsaustausch zwischen der Gemeinde und dem FV-Vorstand. Dabei stellten die Vereinsverantwortlichen ein Vier-Punkte-Programm vor, um auf den Wandel der Anforderungen zu reagieren. Die darin aufgezeigten "Verbesserungen der Infrastruktur durch den Einbau einer neuen Küche" und die "Neustrukturierung des Vereins" - mit der Bildung von eigenverantwortlichen Teams unter der Führung von Erstem Vorsitzenden Alfred Gramling, dem Vorsitzenden Hermann Schuster im Bereich Sport und dem Vorsitzenden Jürgen Gauger im Bereich Finanzen sowie Dieter Schuster als Präsidenten - hat der FVL inzwischen umgesetzt. Den wichtigen Punkt der "Verbesserung der Sportanlage" durch den gesteigerten Platzbedarf kann der Löchgauer Fußballverein allerdings nicht alleine stemmen.

"Es war für mich eine ganz große Enttäuschung, dass im Haushaltsplan dieses Projekt ignoriert wird", betonte Dieter Schuster im Gespräch mit unserer Zeitung. Der FVL-Präsident anerkennt, dass die Gemeinde schnell von dem Fachbüro "Sport Concept" eine Konzeptstudie zur Erweiterung der Sportflächen mit fünf Varianten erstellen ließ. Diese wurden am 2. Februar dem Gemeinderat vorgestellt, der - ebenso wie der FVL - die mit einer Investitionssumme von rund 986 000 Euro die zweitgünstigste Lösung, die zwei hintereinander liegenden Spielfelder oberhalb der Tennisplätze an der Stelle des jetzigen Trainingsfeld vorsieht, favorisiert.

Die Vereinsverantwortlichen sind sich durchaus bewusst, dass die Gemeinde eine solche Summe, die sich durch mögliche Zuschüsse entweder aus der Sportstättenförderung oder durch Fördergelder des WLSB erfahrungsgemäß um mindestens 30 Prozent reduziert, im Augenblick nicht aufbringen kann. "Eine erste Planungsrate im aktuellen Haushalt", so Schuster, hätte aber deutlich gemacht, dass es der Gemeinde mit der Erweiterung der Sportanlagen ernst ist und es wäre ein deutliches Zeichen für die ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiter und -mitglieder gewesen.

Selbstkritisch räumt der jetzige FVL-Präsident und langjährige Vereinsvorsitzende ein, man sei in der Vergangenheit "viel zu leise, und zu loyal mit der Gemeinde gewesen". Auch empfindet Schuster, dass sein Verein keine Lobby im Gemeinderat habe. Dennoch will er gemeinsam mit dem im April neu gewählten Vorsitzenden Alfred Gramling und dessen Vorstandskollegen weiter das Ziel der Sportplatz-Erweiterung verfolgen. 350 ehrenamtlich betreute Jugendliche sind dabei ihr Argument. "Es geht uns um das Wohl der Gemeinde und des FVL", so Schuster, der konstatiert: "Die sportliche Zukunft kann nur durch die Erweiterung der Sportanlagen gesichert werden."

Teile diese Neuigkeiten: